exomed GmbH – Veterinärlabor

Magen-Darm-Parasiten von Hunden


Magen-Darm-Parasiten von Hunden:

Unsere beliebten Vierbeiner können sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit den verschiedensten Magen-Darm Parasiten anstecken. Die Infektionen können dabei ohne jegliche Symptome verlaufen, oder ernsthafte Auswirkungen auf die Gesundheit der Tiere haben. Wir wollen nun einen Überblick über die wichtigsten Magen-Darm-Parasiten zusammenstellen, sowie wichtige Informationen zur Prävention und Behandlung liefern. 

Überblick über die wichtigste Magen-Darm-Parasiten bei Hunden:

 

Rundwürmer (Nematoden):                                   Toxocara canis, Toxascaris leonina (Spulwürmer)

                                                                                     Ancylostoma caninum, Uncinaria stenocephala (Hakenwürmer)

                                                                                     Trichuris vulpis (Peitschenwürmer)

Bandwürmer (Zestoden):                                       Taenia ssp. (T. hydatigena & T. pisiformis)

                                                                                     Dipylidum caninum (Gurkenkernbandwurm) 

                                                                                     Echinococcus ssp. (E. granulosus & E. multilocularis)

Einzeller (Protozoen):                                 Giardien (Lesen Sie mehr über Giardien auf unserer Website unter Ratgeber – „Giardien                                                                                            bei Hunden und Katzen“)

                                                                                      Kryptosporidien

 

Infektionen mit Rundwürmern bei Hunden:

Einige Rundwürmer (Nematoden) kommen bei Hunden häufig vor und sind weit verbreitet. Hierbei sind vor allem Jungtiere befallen. Einige Spezies können im Falle einer Ansteckung auch für den Menschen gefährlich werden (sogenannte Zoonosen). Eine besondere Bedeutung wird den Spulwürmern, den Hakenwürmern und den Peitschenwürmern zugesprochen. Auf diese drei Gruppen wollen wir im Folgenden genauer eingehen.

Infektionen mit Spulwürmern bei Hunden:

Zu den häufig vorkommenden Spulwürmern bei Hunden zählen vor allem Toxocara canis und Toxascaris leonina. Beide Spezies sind in den Hundepopulationen weltweit verbreitet. Von einer Erkrankung sind vor allem Jungtiere betroffen, aber auch ältere Tiere können die Parasiten in sich tragen und andere Tiere damit anstecken. Erwachsene Hunde spielen hierbei eine wichtige Rolle bei der Infektion von Jungtieren.

Wie infizieren sich Hunde mit Spulwürmern?

Eine Infektion von Hunden mit Spulwürmern kann auf vielfältige Art und Weise geschehen. Die wichtigsten haben wir aufgezählt:

Die erwachsenen Spulwürmer parasitieren im Dünndarm der Hunde. Weibliche Würmer produzieren hier Eier, die von den Hunden über den Kot ausgeschieden werden. Danach sind die Eier jedoch nicht sofort in der Lage, andere Hunde zu infizieren. Bei Toxocara canins braucht in etwa 2-7 Wochen bei 15-20°C, bis sich in dem Ei eine infektiöse Larve gebildet hat, mit der sich andere Hunde anstecken können. Toxascaris leonina schafft wiederum die Entwicklung in 8-9 Tagen bei über 27°C.

Sobald sich in dem Ei eine infektiöse Larve entwickelt hat, steht der Infektion nichts mehr im Wege!

Eine direkte Aufnahme der Eier über das Maul aus der Umwelt ist häufig. Meistens also nehmen Hunde die Eier beim Spaziergang draußen auf. Andere Hunde scheiden die Eier aus und kontaminieren damit die Umwelt. Beim Schnüffeln kommen die Hunde mit ihrer Schnauze an vielerei Orten mit möglicher Kontamination vorbei.

Des Weiteren können sich säugende Welpen über die Muttermilch anstecken, wenn die Larven zuvor über den Blutweg in die Milchdrüse gewandert sind. Dieser Übertragungsweg ist bei Toxascaris leonina nicht möglich, weil die Larven nicht in das Blut der Hunde gelangen. 

 Auch schon vor der Geburt können sich die Welpen entweder über die Gebärmutter (intrauterin), oder über die Plazenta (diaplazentar) anstecken. Hierbei sorgen die hormonellen Umstellungen im Körper der Hündin während der Trächtigkeit dafür, dass Larven, die zuvor in ihrem Körper geruht haben (sog. Hypobiose), reaktiviert werden. Sie treten in die Blutbahn ein und gelangen über die plazentare Blutversorgung in die Feten. Hierbei siedeln sie sich meistens in der Leber der noch ungeborenen Hunde an.

Hunde können sich auch indirekt mit Spulwürmern anstecken, wenn sie Fleisch von anderen Tieren verzehren, die ebenfalls eine Infektion erlitten haben. Diese sogenannten paratenischen Wirte können Nagetiere, Schweine Schafe und andere Wirbeltiere darstellen. Auch hier durchmachen die Larven eine Körperwanderung über die Leber, die Lunge, Muskulatur und andere Organe. Sie können im Körper überleben, sich aber nicht vermehren. Auch der Mensch kann so ein paratenischer Wirt sein. Auf die Auswirkungen einer Infektion mit Spulwürmern beim Menschen gehen wir weiter unten ein. 

Was machen Spulwürmer im Körper der Hunde?

Im Laufe der Körperwanderung häutet sich eine Larve mehrfach, bis sie als erwachsener Spulwurm wieder im Dünndarm ankommt, sich dort ansiedelt und vermehrt. 

Eine Körperwanderung kann bei einer Infektion mit Toxascaris leonina unterbleiben. Die Larven durchbohren zwar auch die Wand vom Dünndarm, kehren jedoch nach einer Häutung wieder in das Innere des Darmkanals (Lumen)zurück. Sie treten also nicht vom Darm in den Blutweg über. Eine Wanderung in andere Organe, wie die Leber, Lunge und die Muskulatur, wird auch bei dieser Spezies beobachtet. 

Welchen Weg die Larven einschlagen, scheint vom Alter der Tiere, ihrem Immunstatus und vom Infektionsdruck (also mit wie vielen Larven der Hund infiziert ist) abzuhängen. Jungtiere sind häufig Träger einer laufenden (patenten) Infektion, während erwachsene Tiere mit dem Alter in der Regel eine Resistenz entwickeln. Allerdings kann zum Beispiel eine Immunsuppression, die Gabe von Kortikosteroiden, oder eine Trächtigkeit dazu führen, dass die Resistenz bei erwachsenen Hunden abnimmt und schlummernde Larven reaktiviert werden. 

Symptome bei einer Infektion mit Spulwürmern:

Ob und wenn wie stark Symptome bei Hunden auftreten hängt vom Alter, Immunstatus und von der Anzahl der Spulwürmer ab, mit denen der Hund zu kämpfen hat (Infektionsdruck). 

Wenn Symptome auftreten, handelt es sich zumeist um Verstimmungen im Magen-Darm-Trakt. Ab der zweiten Lebenswoche werden bei jungen Hunden häufiges Erbrechen, gestörtes Allgemeinbefinden, ein schmerzhafter Bauch („Askaridenbauch“) bei Druckausübung und Verstopfungen im Wechsel mit Durchfall beobachtet. Der Kot ist dann meistens ungeformt, schleimig und teilweise blutig. Die Tiere können an Abmagerung leiden und wachsen verlangsamt, oder bleiben in der Entwicklung zurück. Fieber kann auftreten, das Fell kann glanzlos und struppig erscheinen. 

Oft erbrechen die Hunde auch ganze Würmer, oder Teile davon. Man kann sie auch im Kot beobachten, denn nicht nur die Eier, sondern auch die erwachsenen Würmer werden darüber ausgeschieden. 

Während der Wanderung durch den Körper können die Larven weitere Schäden, zum Beispiel in der Leber, oder der Lunge hinterlassen. Es können demnach auch eine Lungenentzündung, Husten und Nasenausfluss beobachtet werden. 

Todesfälle können ab der zweiten bis dritten Lebenswoche auftreten, wenn ein massiver Befall des Darmes vorliegt.

Keine, oder nur leichte Symptome treten bei gering- oder mittelgradigem Befall mit Spulwürmern auf. Bei älteren Hunden verläuft die Infektion meistens unbemerkt, weil klinische Symptome gar nicht, oder nur gering ausgeprägt auftreten. Hierbei können leichter Durchfall und schleimiger Kot, sowie Erbrechen und bei jungen Hunden Wachstumsverzögerungen das klinische Bild bestimmen.

Bei Toxascaris leonina findet keine Infektion vor der Geburt statt und die Tiere sind meistens mit weniger Würmern befallen. Aus diesem Grund sind die Symptome hierbei meistens geringer ausgeprägt als bei einer Infektion mit Toxocara canis. Die Parasiten können eine milde Darmentzündung verursachen. 

Diagnose von Spulwürmern beim Hund:

Die Diagnose erfolgt nach Abgabe einer Sammelkotprobe beim Tierarzt, oder beim Einsenden in ein Labor (wie bei uns – exomed). Die Eier, die mit dem Kot ausgeschieden wurden, werden mit dem sogenannten Flotationsverfahren isoliert und unter dem Mikroskop erkannt. Die Eier von Toxocara canis sind charakteristisch rund, dickschalig und ähneln wegen ihrer Oberfläche einem Golfball. Gut davon zu unterscheiden sind die Eier von Toxascaris leonina, weil sie kugelig und dickschalig sind und ihre äußere Hülle glatt ist. 

Wie erfolgt die Therapie gegen Spulwürmer?

Nach der Diagnose von Spulwurmeiern im Kot, wird eine Entwurmung beim Tierarzt durchgeführt. Für die Behandlung gegen Spulwürmer wird vor allem der Wirkstoff Fenbendazol („Panacur“) verwendet. Fenbendazol wirkt nicht nur gegen Spulwürmer, sondern gleichzeitig gegen verschiedene Bandwürmer und Einzeller (Protozoen, wie zum Beispiel Giardien). Wichtig ist, auch alle anderen Hunde im Wurf und auch die Mutter mit zu entwurmen, denn es können bis zu 200 Tausend Eier pro Tag mit dem Kot ausgeschieden werden, die dann die Umwelt kontaminieren und an denen sich die Welpen anstecken können. 

Wie kann man einer Infektion mit Spulwürmern vorbeugen?

Durch striktes prophylaktisches Vorgehen (Entwurmung) kann man einer Infektion mit Spulwürmern vorbeugen. Dabei ist es wichtig, den gesamten Wurf und die Hündin in das Entwurmungs-Schema miteinzubeziehen. 

Da Welpen sich schon vor der Geburt von ihrer Mutter anstecken können, sollten sie bereits zwei Wochen nach der Geburt das erste Mal behandelt werden. Dadurch werden die Stadien, die sich unter Umständen schon im Darm der Welpen befinden nicht mehr ausgeschieden. Weitere Behandlungen sollten nach 4 und 12 Wochen geschehen. Im Falle eines Bestandsproblems sollte man eine weitere Entwurmung nach 6 und 8 Wochen und eine Kotuntersuchung durchführen lassen, die den Behandlungserfolg kontrollieren soll. 

Des Weiteren ist eine strikte Hygiene unabdingbar, die das Beseitigen von Hundekot und die Reinigung und Desinfektion der Areale beinhaltet, in denen sich die Tiere aufhalten. Die Eier der Spulwürmer lassen sich bei über 70°C effektiv abtöten. Wirksame Desinfektionsmittel sind Kresol-basiert, z.B. „Endosan Forte S“ und „Neopredisan“.

Mit einer prophylaktischen Behandlung der Muttertiere kann man sich ein wenig Aufwand ersparen: Eine Behandlung von Hündinnen im letzten Drittel der Trächtigkeit mit dem Wirkstoff Selamectin kann die Belastung mit Spulwurm-Eiern bei den Welpen deutlich reduzieren. Das Mittel wird der Hündin 40 Tage und 10 Tage vor der Geburt, sowie 10 Tage und 40 Tage nach der Geburt auf die Haut geträufelt. Es wird gleichzeitig gegen Flohbefall und sorgt dafür, dass die Welpen im ersten Lebensmonat nicht aufwändig entwurmt werden müssen. 

Auch für erwachsene Rüden und Hündinnen (über 12 Wochen alt), die grade keine Welpen kriegen sollen, ist eine regelmäßige Entwurmung zur Prophylaxe wichtig. Sie sollte 2-3 Mal im Jahr durchgeführt werden und zusätzlich bei einem positiven Kotbefund. Ein Mittel zur Entwurmung bekommt man bei dem/ der Tierarzt-/In.

Spulwürmer von Hunden können auch für den Menschen gefährlich sein:

Wie schon erwähnt handelt es sich bei der Infektion mit Spulwürmern bei Hunden um eine Zoonose, also um eine Erkrankung, die von den Haustieren auf den Menschen übertragen werden kann. Eine Ansteckung findet häufig nach einer Kontamination von Kinderspielplätzen und anderer öffentlicher Anlagen, wie zum Beispiel Sportanlagen statt. Aus diesem Grund sollten Hunde, aber auch Katzen und Füchse (können die Parasiten auch übertragen) von Kinderspielplätzen ferngehalten und Hundebesitzer verpflichtet werden, den Hundekot ihrer Tiere aufzusammeln. 

Die Infektion mit Spulwürmern beim Menschen ist nicht selten und kann mittels ELISA-Antikörpertest nachgewiesen werden. Das Krankheitsbild wurde nach der Wanderlarve (Larva migrans visceralis) benannt, da die Larven auch beim Menschen eine Körperwanderung durchführen. 

Auch beim Menschen machen die Larven der Spulwürmer also eine Wanderung über den Darm, das Blut, die Leber und schließlich die Lunge durch. Endgültig siedeln sich die Spulwurm-Larven in der Muskulatur, im zentralen Nervensystem und nicht selten im Auge an. Die Besiedlung im Auge kann zu einer Erblindung führen. Dabei stellen die Erblindungen beim Menschen durch diese Spulwürmer der Haustiere etwa ein Prozent aller Erblindungen weltweit dar. 

Ein Krankheitsbild bildet sich vor allem bei Kindern zwischen 2-5 Jahren aus, da in dieser Altersgruppe viel Zeit in möglicherweise kontaminierten Umgebungen verbracht wird und viel Kontakt zum Boden besteht. Bei Erwachsenen bleibt die Infektion meistens unerkannt. 

Infektionen mit Hakenwürmern bei Hunden:

Zu den wichtigen Hakenwürmern bei Hunden zählen die Arten Ancylostoma caninum und Uncinaria stenocephala. Besonders bei Jungtieren kann eine Infektion mit Hakenwürmern zu einer Erkrankung führen. Manche Arten (zum Beispiel Ancylostoma braziliense) sind auch für Infektionen beim Menschen verantwortlich. Den Namen haben sie auf Grund ihres hakenförmig gebogenen Vorderende bekommen (Ancylos = krumm, gekrümmt).

Wie findet eine Infektion mit Hakenwürmern bei Hunden statt?

Die erwachsenen Hakenwürmer leben im Dünndarm von Hunden. Dort heften sie sich mit ihrer Mundkapsel an der Darmschleimhaut fest. Wie auch die Spulwürmer produzieren die weiblichen Hakenwürmer dort mehrere Tausend Eier am Tag, die von den Hunden über den Kot ausgeschieden werden. 

Bei günstigen Temperaturen (über 15°C) bildet sich in dem Ei binnen 1-2 Tagen eine Larve, die daraufhin schlüpft und sich innerhalb von 5-8 Tagen zu einer infektiösen Larve weiterentwickelt. In feuchten Böden überleben die Larven bis zu 3-4 Monate lang. Hunde können sich mit der infektiösen Larve aus der Umwelt auf unterschiedlicher Art und Weise anstecken.

Infektion mit Uncinaria stenocephala:

Mit Uncinaria stenocephala stecken sich die Hunde zumeist an, wenn sie die infektiösen Larven über das Maul aus der kontaminierten Umwelt aufnehmen. Nach der Aufnahme über das Maul schlüpfen die Larven aus ihrer Scheide, die sie bis dahin tragen und häuten sich im Verlaufe der Darmwanderung noch zweimal, bis sie das ausgewachsene Stadium erreicht haben. 

Auch eine Infektion über die Haut ist möglich, aber von geringer Bedeutung, weil nicht genügend Larven letztendlich im Dünndarm der Hunde ankommen. Hierbei dringen die infektiösen Larven über Haarfollikel in die Oberhaut (Epidermis) ein, gelangen in die Unterhaut (Dermis) und von dort in kleine Blut- und Lymphgefäße, über die sie sich im Körper verteilen können. Dabei gelangen sie von der rechten Herzkammer in die Lunge, von der Lunge über die luftführenden Wege zum Kehlkopf, wo sie schließlich hinuntergeschluckt werden und über den Magen in den Dünndarm gelangen. 

Infektion mit Ancylostoma caninum:

Die Ansteckung mit Ancylostoma caninum erfolgt ein wenig komplexer. Eine Aufnahme der infektiösen Larve über das Maul aus der Umwelt findet bei diesen Hakenwürmern spielt auch hier die wichtigste Rolle, allerdings ist auch die Infektion über die Haut (sog. perkutane Infektion) in dem Fall bedeutend. Die Larven dringen über die Haut ein und wandern über die Lunge durch den Körper, bis sie in der Muskulatur und im Fettgewebe ankommen. Hier können sie jahrelang als sogenannte hypobiotische Larve überleben. Sie befinden sich dann in einer Entwicklungspause. 

Im Falle einer Trächtigkeit kommt es zu hormonellen Schwankungen, die dazu führen können, dass diese schlafenden Larven in der Muskulatur, oder dem Fettgewebe geweckt werden, wenn die Hündin sich zuvor mit Hakenwürmern angesteckt hat. Die Hormone, die vorwiegend dafür verantwortlich zu sein scheinen sind das Progesteron und das Östradiol. Ab diesem Zeitpunkt beginnen die Larven wieder eine Körperwanderung und gelangen schlussendlich in die Milchdrüse.

Welpen können sich demnach über die Muttermilch mit den Larven bei ihrer Mutter anstecken (sog. galaktogene Infektion). 

Ein weiterer Weg der Ansteckung passiert über den Verzehr sogenannter paratenischer Wirte. Diese können, wie schon bei den Spulwürmern erwähnt, andere Säugetiere und auch der Mensch darstellen. In der Realität verzehren die Hunde meistens Beutetiere, wie zum Beispiel Mäuse, oder Ratten. 

In den paratenischen Wirten findet keine weitere Entwicklung, oder Fortpflanzung der Hakenwürmer statt. Verzehrt jedoch ein Hund aber ein infiziertes Stück Fleisch, beispielsweise von einer Maus, geht die Entwicklung der Larven im Endwirt (also im Hund) weiter. 

Wie schaden Hakenwürmer den Hunden?

In Abhängigkeit davon, auf welchem Weg die Infektion stattgefunden hat und auf welchem Weg die Larven durch den Körper der Hunde wandern, entstehen verschiedene Krankheitsbilder:

Bei einer Infektion über die Haut wird man bei einer Erstinfektion in der Regel keine Veränderungen erkennen. Sollte sich der Hund kurz danach jedoch noch einmal mit neuen Hakenwürmern infizieren, kann eine allergische Reaktion mit Juckreiz, Rötungen und Entzündungen auftreten. 

Bei der Wanderung über die Lunge und die Luftwege können bei moderatem Befall kleine Blutungen und Entzündungen auftreten. Erst bei einer Belastung mit einer hohen Anzahl an Würmern können klinische Symptome wie Husten, Nasenausfluss und eine Lungenentzündung auftreten.

Auf den Magen-Darm-Trakt haben die verschiedenen Hakenwurm-Arten andere Wirkungen:

Uncinaria Stenocephala saugt sich mit seinen am hinteren Abschnitt des Dünndarmes fest, indem er einen Teil Gewebe in seine Mundkapsel einsaugt. Dabei wechseln die adulten Würmer immer wieder ihre Position und hinterlassen kleine Verletzungen und Entzündungen. Sie können zudem äußerst geringe Blutmengen aufnehmen. 

Ancylostoma caninum hingegen saugt kleine Läsionen in die Darmschleimhaut, aus denen Blut austritt, das von den Hakenwürmern aufgenommen wird. Sie sind zudem in der Lage die Blutgerinnung zu hemmen, sodass die kleinen Läsionen langsamer abheilen und sie eine ständige Blutzufuhr aufrechterhalten.

Was für Symptome treten bei einer Hakenwurm Infektion beim Hund auf?

Ein Krankheitsbild tritt in Abhängigkeit der Anzahl an Würmern, des Alters der Hunde und deren Immunitätslage auf. Symptome zeigen vor allem Jungtiere. 

Bei einer starken Infektion können schleimig- bis blutiger Durchfall, Verstopfungen, Abmagerung und verzögertes Wachstum auftreten. Zudem können zeitweise Fieber und Erbrechen beobachtet werden.

Da die Infektion Ancylostoma caninum mit einem langanhaltenden Blutverlust einhergehen kann, ist das Auftreten einer Anämie (also einer Blutarmut) möglich. Da weniger rote Blutkörperchen vorhanden sind, kommt es zu einer schnelleren Ermüdung zum Beispiel beim Spielen im Park. Bei sehr starkem Befall mit Ancylostoma caninum kann es sogar zu einer Herzinsuffizienz und Todesfällen kommen. Besonders gefährdet hierfür sind gestresste oder geschwächte Welpen. 

Wie wird die Diagnose bei Hakenwürmern gestellt?

Die Diagnose stellt der/ die Tierarzt-/In, oder ein Labor nach der Untersuchung einer Sammelkotprobe über das Flotationsverfahren. Die Eier schwimmen bei diesem Verfahren an der Oberfläche einer Lösung, werden abgesammelt und unter dem Mikroskop identifiziert. Einen Hinweis können eine Blutarmut und blutiger Kot liefern. 

Wie erfolgt die Therapie gegen Hakenwürmer?

Werden Eier von Hakenwürmern im Kot nachgewiesen, sollte eine Entwurmung erfolgen!

Zur Bekämpfung der Hakenwürmer stehen verschiedene Wirkstoffe und Applikationsarten zur Verfügung. Zur Behandlung verwendet man unter anderem den Wirkstoff Fenbendazol („Panacur“).

Eine Behandlung über Spot-on-Präparate, die den Hunden auf die Haut geträufelt werden, ist mit neueren Wirkstoffen, wie Selamectin („Stronghold“), Moxidectin („Advocate“) und Emodepsid („Profender“) möglich. Diese Wirkstoffe sind einfach anzuwenden und wirken bereits nach einmaligem Auftragen. 

Infektion mit Peitschenwürmern bei Hunden:

Zu den Rundwürmern (Nematoden) gehören letztlich auch die Peitschenwürmer zu den häufig gefundenen Magen-Darm-Parasiten der Hunde. Die Vierbeiner infizieren sich im Vergleich häufig mit Peitschenwürmern (Trichuris vulpis), die ihren Namen ihrer Ähnlichkeit mit einer Peitsche verdanken. Ihr Vorderende stellt sich dabei sehr schmal dar, während das Hinterende verdickt ist. Es infizieren sich vor allem junge Hunde ab dem Alter von 9 bis 10 Wochen damit an. Selten wurden auch Infektionen mit Trichuris vulpis beim Menschen beobachtet. 

Wie infizieren sich Hunde mit Peitschenwürmern?

Die erwachsenen Würmer parasitieren im Blinddarm, sowie im vorderen Abschnitt vom Dickdarm von Hunden. Dort produzieren die weiblichen Würmer Eier, die über den Kot ausgeschieden werden. In diesen Eiern entwickelt sich bei ausreichend Feuchtigkeit und günstigen Temperaturen (über 25-30°C) innerhalb von 9-10 Tagen eine infektionsfähige Larve. Bei Temperaturen um die 20°C dauert die Entwicklung in etwa 6 Wochen. Andere Hunde können sich danach über die Aufnahme über das Maul mit den Eiern infizieren.

Sobald die infektiösen Larven im Dünndarm angelangen schlüpfen sie aus den Eiern und dringen in die Darmschleimhaut ein, in deren Gewebe sie sich etwa 10 Tage lang weiterentwickeln (sog. histotrophe Phase). Hierauf erfolgt die erneute Besiedlung des Blinddarms.

Die Verbreitung der Peitschenwürmer wird durch die Tatsache gefördert, dass die Eier besonders in feuchter Umgebung enorm widerstandsfähig sind. Sie können unter diesen Bedingungen jahrelang überleben und andere Hunde anstecken. Gegen Austrocknung hingegen scheinen die Eier empfindlich zu sein. 

Wie schaden Peitschenwürmer den Hunden?

Die erwachsenen Würmer verankern sich mit dem dünnen Vorderende in der Darmschleimhaut der Hunde. Dabei verursachen sie eine Entzündung der Darmschleimhaut. Des Weiteren sind sie in der Lage mit einem Mundhöhlenstilett kleine Kapillaren des Darmes anzustechen und das Blut auszusaugen. Dabei entsteht in der Regel jedoch kein starker Blutverlust. 

Was für Symptome verursachen Peitschenwürmer bei Hunden?

Meistens handelt es sich bei einer Infektion mit Peitschenwürmern um einen geringen Befall, weil die Eier so lange brauchen, bis sie in der Umwelt infektiös geworden sind. Hierbei treten in der Regel auch keine Symptome auf.

Sollte es sich um einen hochgradigen Befall handeln, können verschiedene Symptome auftreten:

- teil blutiger Durchfall und Erbrechen, sowie eine starke Abmagerung (Anorexie)

- Wachstumsstörungen und Kräfteverlust

- vermehrter Durst und vermehrter Harnabsatz (Polydipsie und Polyurie)

- Es können schwere Stoffwechselentgleisungen und Elektrolytverschiebungen auftreten

- bei hohem Blutverlust (direkt durch die Würmer, oder indirekt durch die Verletzungen der Schleimhaut) eine Blutarmut (Anämie) und Proteinverlust (Hypalbuminämie)

Wie erfolgt die Diagnose von Peitschenwürmern?

Die Eier von Trichuris vulpis lassen sich bei einer Kotuntersuchung einfach anhand des Flotationsverfahrens detektieren. Sie haben die charakteristische Form einer Zitrone und besitzen an beiden Enden eine sogenannte Polkappe. 

Womit erfolgt die Therapie gegen Peitschenwürmer?

Gegen Trichuris vulpis beimHund sind die Wirkstoffe Fenbendazol, Flubendazol und Mebendazolwirksam, wenn sie mehrfach appliziert werden. Auch die Wirkstoffe Milbemycin und Moxidectin wirken gegen Peitschenwürmer. Die Anwendung sollte bei der routinemäßigen Entwurmung stattfinden, sowie nach einem positivem Kotbefund. 

Prophylaktisch ist eine gründliche Entfernung von Hundekot unabdingbar, da die Eier jahrelang in der Umwelt infektiös bleiben. Zwinger sollten regelmäßig gründlich gereinigt werden. 

 

Bandwürmer bei Hunden:

Hunde können sich mit verschiedenen Bandwurm-Arten infizieren. Zu den wichtigsten zählen hierbei Taenia-Arten, Dipilydium caninum und Ecchinococcus-Arten. Diese Infektionen betreffen nicht nur die Hunde, sondern können auch für den Menschen eine Gefahr darstellen. Dazu aber später mehr!

Infektionen mit Taenia-Arten beim Hund:

Hunde infizieren sich in Mitteleuropa vor allem mit Taenia hydatigena und Taenia pisiformis. Etwas seltener findet eine Infektion mit Taenia ovis und Taenia multiceps statt. Hunde stellen bei der Infektion dieser Bandwurm-Arten den Endwirt dar, also den Wirt, in dem die Parasiten die Geschlechtsreife erlangen. Wichtig zu wissen ist, dass nicht nur Hunde, sondern auch Katzen und Rotfüchse Endwirte dieser Bandwurmarten darstellen. Für die vollständige Entwicklung der Bandwürmer ist eine zeitweise Besiedlung von Zwischenwirten (also Wirten, in denen ein Teil der Entwicklung stattfindet) nötig. 

Wie infizieren sich Hunde mit Taenia-Arten?

Erwachsene Bandwürmer parasitieren bei Hunden im Dünndarm. Dabei können mehrere, oder nur ein Bandwurm angesiedelt sein. Jeder Bandwurm besteht aus mehreren Segmenten, den sogenannten Proglottiden, die mehrere zehntausend Eier enthalten. Die Hunde scheiden dann entweder die Proglottiden mit den Eiern aus, oder die Proglottiden werden schon im Darm zerstört. Dabei zerreißen die Uterusäste und die Eier werden schon im Verdauungstrakt der Hunde frei. Die Ausscheidung kann einige Zeit lang regelmäßig erfolgen, jedoch zeitweise auch ausbleiben.

Nach der Ausscheidung über den Kot kontaminieren die Proglottiden die Umwelt. Sie sind sogar in der Lage, durch kurze Muskelkontraktionen den Ort zu wechseln und sich zum Beispiel an Pflanzen anzuheften. 

Zwischenwirte für Taenia beim Hund:

Wie schon erwähnt benötigt eine vollständige Entwicklung zu erwachsenen Bandwürmern sogenannte Zwischenwirte, also Wirte, in denen ein Teil der Entwicklung stattfindet. Für Taenia hydatigena kommen diverse Pflanzenfresser in Frage, wie zum Beispiel Schafe, Rinder und Pferde, aber auch Allesfresser, wie Schweine. Diese nehmen die Eier der Bandwürmer über das Maul auf.

In den Zwischenwirten entwickeln sich die ersten Larven der Bandwürmer, die sogenannten Oncosphären. Diese dringen in die Darmwand der Tiere ein und wandern über die Pfortader zur Leber, in der sie eine Umwandlung in eine flüssigkeitsgefüllte Blase durchmachen. Diese Blase wird auch als Finne bezeichnet. Die Larve des Bandwurmes wandert als diese Finne durch die Leber, bis sie nach etwa 3 Wochen die Leberoberfläche durchbrechen. Von dort aus siedeln sie sich in der Brust- und Bauchhöhle an. Nach weiteren 6-8 Wochen ist die Finne soweit gereift, dass sie einen Endwirt (Hund) infizieren kann. Sie wird dann im Falle von Taenia hydatigena als Cystizercus tenuicollis bezeichnet. 

Bei Taenia pisiformis verläuft die Entwicklung im Zwischenwirt ähnlich, nur sind es in diesem Fall meistens infizierte Hasen und Kaninchen, die am Ende vom Hund verzehrt werden. Der infektionsfähige Cysticercus (eingekapseltes Stadium) wird in hier Cysticercus pisiformis genannt.

Nachdem Hunde als Endwirt also infiziertes Fleisch mit infektiösen Stadien der Bandwürmer von den eben erwähnten Zwischenwirten fressen, schließt sich der Lebenszyklus der Bandwürmer. Im Endwirt (Hund) erlangen die Bandwürmer ihre Geschlechtsreife

Wie gefährlich ist eine Infektion mit Taenia-Arten bei Hunden?

Da die Infektion mit Taenia sich beim Hund auf den Dünndarm beschränkt, bleibt der Befall zumeist ohne schwerwiegende Schäden. Für zuvor erwähnten Zwischenwirte kann die Infektion auf Grund der Körperwanderung deutlich gravierendere Schäden mit sich führen. Ohne Bekämpfung können die erwachsenen Bandwürmer ein bis fünf Jahre im Hund überleben, ohne große Schäden anzurichten.

Je nach Anzahl der Bandwürmer im Dünndarm der Hunde kann es bei einem Teil der Fälle jedoch zu ausgeprägten Symptomen kommen. Ein massiver Befall ist nicht zu unterschätzen:

Die Bandwürmer besitzen am vorderen Ende einen sogenannten Scolex, den man als „Kopf“ der Würmer bezeichnen kann. Dieser Scolex ist mit Saugnäpfen und vielen Haken versehen, die man als Rostellum (Latein für verkleinerte Form eines Schnabels) bezeichnet. Hiermit verankern sie sich in der Darmwand der Hunde und saugen sich in der Schleimhaut fest.

Symptome eines Taenia-Befalls bei Hunden:

Durch die Verankerung in der Schleimhaut kann es zu Veränderungen im Dünndarm kommen. Dazu zählt eine Abflachung der Zotten, die zur Nährstoffresorption unabdingbar sind. Es kann zu einer verminderten Aufnahme wichtiger Nährstoffe (Malabsorption), Inappetenz und Abmagerung kommen. Bei hohem Wurmbefall treten Schmerzen im Bauchraum auf. Im schlimmsten Fall kann es zu einer kompletten Verlegung des Darmkanals kommen (sog. Ileus). Ein häufig beobachtetes Symptom bei Hunden ist das Schlittenfahren: hierbei rutschen die Hunde auf der Hinterhand, weil das Auswandern der Proglottiden aus dem After starken Juckreiz verursachen kann. Hierfür kann es jedoch auch andere Gründe, wie beispielsweise entzündete Analdrüsen geben. 

Diagnose gegen Taenia-Arten bei Hunden:

Die Diagnose von Taenia kann entweder über das Erkennen der Proglottiden oder durch die Identifizierung der Eier in einer Kotprobe nach dem Flotationsverfahren erfolgen. Man kann die Eier auch mit einem Streifen Tesa-Film von der Analregion der Hunde absammeln und untersuchen (Abklatsch-Präparat). Hierbei ist zu beachten, dass die Ausscheidung der Eier nicht immer regelmäßig stattfindet und man sie unter Umständen verpassen kann. Rein äußerlich lassen sich die Eier jedoch nicht von anderen Bandwurm-Arten, wie zum Beispiel Echinococcus granulosus unterscheiden. 

Genauere Ergebnisse liefert hierbei die Durchführung eines ELISA-Antigen-Tests oder PCR-Tests, bei dem man nach einem Koproantigen sucht, dass die Bandwürmer im Dünndarm der Hunde produzieren. Diese Antigen-Tests sind in speziellen Laboren verfügbar und nicht kommerziell erhältlich. Nach erfolgter Therapie ist das Koproantigen meistens nach 5 Tagen schon nicht mehr nachweisbar. 

Therapie und Bekämpfung gegen Taenia:

Eine Therapie gegen die oben erwähnten Taenia-Arten sollte in die routinemäßige Entwurmung miteinbezogen werden und zusätzlich nach einem positivem Kotbefund erfolgen. Auch vor dem Import von Hunden aus dem Ausland sollte eine Entwurmung erfolgen, denn diese Tiere sind häufig Träger von Bandwürmern. 

Mittel der Wahl sind vor allem die Wirkstoffe Praziquantel und Epsiprantel beim Hund. In handelsüblichen Kombinationspräparaten zur Entwurmung sind diese Wirkstoffe in der Regel zusätzlich mit den Wirkstoffen gegen die Rundwürmer (Nematoden) kombiniert.

Eine vorzeitige Verhütung einer Infektion mit Taenia steht hierbei im Vordergrund. Da die Verfütterung von Teilen der Zwischenwirte eine Ansteckungsquelle darstellt, sollten Innereinen (vor allem Leber und Lunge), aber auch das Muskelfleisch vor dem Verfüttern gekocht, oder tiefgefroren werden. Schlachtabfälle sollten nicht an Hunde verfüttert werden und Jagdhunde an Wildaufbrüchen gehindert werden. 

 

Infektionen von Hunden mit dem Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum):

Die Infektion mit Dipylidium caninum beim Hund ist weltweit verbreitet und kommt häufig vor. Die Infektion gehört zu den häufigsten Bandwürmern bei Hunden und Katzen. Auch diese Würmer weisen den typischen Aufbau von Bandwürmern auf:

Sie bestehen aus verschiedenen Proglottiden (Segmenten), deren Erscheinung diesem Bandwurm auch seinen Namen gibt. Sie ähneln nämlich Gurkenkernen, sind länger als breit und enthalten die Geschlechtsorgane und die Eipakete, in denen durchschnittlich 20 Eier liegen. Auch der Gurkenkernbandwurm hat am Vorderende einen Scolex als eine Art „Kopf“ mit vielen Haken versehen (Rostellum).

Ansteckung mit dem Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum):

Hunde, aber auch Katzen können einen Befall mit dem Gurkenkernbandwurm erleiden. Dabei parasitieren die erwachsenen Würmer im Dünndarm der Fleischfresser. Sie können entweder durch Ausscheidung der Proglottiden, oder durch aktive Auswanderung durch den Anus der Tiere in die Außenwelt gelangen. Oft werden schon im Darm der Hunde Eipakete mit rund 20 Eiern freigesetzt. Ausgeschiedene Proglottiden bleiben oft am Fell der Tiere kleben. Dort trocknen sie ein und ähneln am Ende kleinen Reiskörnern. Dabei werden die Eipakete aus den Proglottiden ausgepresst. In den Paketen können die Eier der Bandwürmer mehrere Wochen überleben. 

Entwicklung der Gurkenkernbandwürmer im Zwischenwirt:

Wie schon bei den Taenia-Arten beschrieben, benötigen diese Bandwürmer für eine vollständige Entwicklung einige Zeit, um sich in Zwischenwirten weiter zu entwickeln. Die Zwischenwirte für den Gurkenkernbandwurm stellen vor allem die Larven vom Hundefloh (Ctenocephalides canis) und vom Katzenfloh (Ctenocephalides felis) dar, aber selten auch Haarlinge (Tricodectes canis). Diese Flohlarven nehmen die Eier auf und entwickeln aus den Eiern infektiöse Larvenstadien des Gurkenkernbandwurmes (Cysticercoid). Je nach Umgebungstemperatur entwickelt sich in den Flöhen direkt das Cysticercoid (bei über 25°C), oder die Flöhe müssen zuerst ein paar Tage auf der Haut von Säugetieren verbringen (bei unter 25°C). Hunde und auch Katzen infizieren sich durch Verschlucken von Flöhen oder Haarlingen, die Cysticercoide des Gurkenkernbandwurmes enthalten. 

Wie gefährlich ist ein Befall mit dem Gurkenkernbandwurm beim Hund?

Ein Befall mit dem Gurkenkernbandwurm ist in der Regel nur selten mit Gesundheitsstörungen verbunden. Durch die Anheftung der Bandwürmer mit ihrem Scolex in der Darmschleimhaut der Hunde nehmen einige der Epithelzellen und Drüsenzellen Schaden. Es kann zu einer entzündlichen Reaktion kommen. 

Entsprechende Symptome können Durchfall, Inappetenz und Verstopfungen darstellen. In den seltensten Fällen kommt es zu einem kompletten Darmverschluss (Ileus). 

Wie erkennt man einen Befall mit dem Gurkenkernbandwurm beim Hund?

Bei einer routinemäßigen Kotuntersuchung, oder bei Verdacht kann man mittels Flotationsverfahren die Eipakete nachweisen. Zudem kann der/ die Tierarzt-/In ausgeschiedene Proglottiden unter dem Mikroskop identifizieren. Die eingetrockneten Progottiden, die einfachen Reiskörnern ähneln, kann man häufig von der Analregion oder im Fell der Tiere einsammeln. Auch von Hundekörben, oder anderen Aufenthaltsbereichen der Hunde kann man sie finden. Für die Untersuchung kann man die Proglottiden kurz in Wasser einweichen und dann in einem Quetschpräparat die verschiedenen Strukturen des Gurkenkernbandwurmes unter dem Mikroskop ausmachen. 

Therapie gegen den Gurkenkernbandwurm:

Mittel der Wahl sind wie bei der Bekämpfung gegen Taenia-Arten beim Hund die Wirkstoffe Praziquantel und Epsiprantel. Prophylaktisch sollte eine Flohbekämpfung stattfinden, da diese als Zwischenwirt einen wichtigen Teil im Lebenszyklus der Bandwürmer darstellen. 

Befall mit Echinococcus-Arten beim Hund:

Die kleinen Bandwürmer sind nur wenige Millimeter lang und gehören zu der gleichen Familie, wie die Taenia-Arten. 

Mit den Bandwürmern Echinococcus granulosus und Echinococcus multilocularis können sich nicht nur Hunde und diverse andere Fleischfresser (v.a. Füchse) infizieren (Endwirte), sondern auch andere Säugetiere (Zwischenwirte) und Menschen (Fehlwirte). Hierbei siedeln sich die erwachsenen Bandwürmer beim Hund im Dünndarm an, bei den anderen Säugetieren jedoch außerhalb des Verdauungstraktes. Die Krankheitsbilder der zystischen Echinococcose (durch E. granulosus) und der alveolären Echinococcose (durch E. multilocularis) beim Menschen zählen zu den wichtigsten parasitären Zoonosen beim Menschen in Europa. Sie kommt auch in Deutschland nicht selten vor.

Ansteckung von Hunden mit Echinococcus-Arten:

Wie schon bei den zuvor besprochenen Bandwurm-Arten benötigen auch die Echinococcus-Arten einen Zwischenwirt und einen Endwirt für einen vollständigen Entwicklungszyklus.

Die erwachsenen Bandwürmer sitzen im Dünndarm der Hunde, oder anderer Fleischfresser (Endwirt). Hier produzieren die Weibchen Eier, die entweder frei im Kot ausgeschieden werden, oder sich noch in den Proglottiden befinden. Rein äußerlich sind die Eier nicht von den Taenia-Eiern zu unterscheiden. Die Eier sind gegen Austrocknung empfindlich, überleben jedoch länger in feuchter Umgebung. Zudem weisen sie eine starke Kälteresistenz auf, wegen der sie sich auch durch Tiefkühlen nur schwer abtöten lassen. 

Wenn die Eier die Umwelt kontaminieren nehmen andere Säugetiere, wie Schafe, Ziegen und Rinder, aber auch Schweine die Eier über das Maul auf (E. granulosus). Bei E. multilocularis sind die Zwischenwirte meistens kleine Nagetiere. Aus den Eiern wird im Dünndarm der Zwischenwirte die „Oncosphäre“ (Entwicklungsstadium der Bandwürmer) frei, die in die Darmwand eindringt und sich über das Blut in der Leber, der Lunge und anderen Organen verteilt.  In diesen Organen beginnt die Entwicklung einer flüssigkeitsgefüllten Blase, wenn die Stadien zu einer Finne (bei E. granulosus - Hydatidae – Wasserblase genannt) heranwachsen. Diese Blase hat einen charakteristischen Aufbau und wird in den Organen von Bindegewebe des Wirtes abgekapselt. Diese Blase wird auch als Brutblase bezeichnet, weil hier die weitere Entwicklung erfolgt, die in etwa 5-6 Monate in Anspruch nimmt. 

Sobald diese Blase platzt, wird die Flüssigkeit mit einigen Kopfanlagen der Bandwürmer frei (sogenannte Protoskolizes). Aus diesen Anlagen entwickelt sich im Endwirt später der Skolex.

Hunde, oder andere Fleischfresser infizieren sich zumeist durch den Verzehr von Schlachtabfällen und Innereien, in denen die Kopfanlagen der Bandwürmer ruhen. Die Kopfanlagen entwickeln sich im Dünndarm der Hunde innerhalb von 2-3 Wochen zu erwachsenen Bandwürmern. Der wichtigste Endwirt von E. multilocularis sind jedoch nicht die Hunde, sondern der Rotfuchs, weshalb diese Bandwurm-Art auch als der gemeine Fuchsbandwurm bezeichnet wird. 

Wie schädlich sind Echinococcus-Arten für den Hund:

Wie schon bei den anderen Bandwurm-Arten erläutert, stellen auch E. granulosus und E. multilocularis im Verdauungstrakt für die Hunde in der Regel keine ernstzunehmende Gefahr dar. Schwerwiegende Krankheitsbilder ergeben sich jedoch bei den Zwischenwirten, bei Menschen als Fehlwirt, oder selten für Hunde, wenn E. multilocularis andere Organe als den Dünndarm befällt.

Bei E. granulosus und E. multilocularis verläuft selbst eine starke Infektion des Verdauungstraktes meistens ohne Symptome. Auch hier verankern sich die Bandwürmer mit ihren Haken in der Darmschleimhaut im Dünndarm. Hierbei werden allerdings meistens keine starken Entzündungen oder Veränderungen im Darm beobachtet. 

Ein Befall von Hunden mit E. multilocularis kann allerdings in seltenen Fällen einen schweren Verlauf nehmen, denn auch Hunde können das Krankheitsbild einer alveolären Echinococcose ausbilden. In den meisten Fällen, die beschrieben sind, haben die Zwischenstadien die Leber der Hunde befallen. Dabei können große Brutblasen entstehen, die viele kleine Zysten enthalten. Sehr selten wurden Brutblasen in anderen Organen, oder unter der Haut gefunden. 

Symptome einer alveolären Echinococcose (AE) beim Hund können vor allem Übelkeit und Schwindel, Inappetenz und Erbrechen, sowie Schmerzen im Bauchbereich sein. Im Falle einer Ruptur der Blasen im Bauchraum kann die Flüssigkeit aus der Blase zu einer Bauchwassersucht (Aszites) führen und unbehandelt einen tödlichen Ausgang für den Hund haben. 

Nachweis von Echinococcus-Arten beim Hund:

Der Nachweis von E. granulosus und E. multilocularis erfolgt inzwischen nicht mehr nur über eine Kotuntersuchung. 

Über eine Kotuntersuchung mit dem Mikroskop lassen sich Eier identifizieren, diese sind jedoch rein äußerlich nicht von den Eiern der Taenia-Arten zu unterscheiden. Man fasst den Befund vorläufig als „Eier von Taenia-Arten“ zusammen. Für eine normale Kontroll-Untersuchung ist eine Standart-Kotuntersuchung vollkommen ausreichend. Sollten dabei jedoch Taenia-Eier nachgewiesen werden, kann man weitere diagnostische Tests angefordert werden.

Hierfür verwendet man inzwischen zusätzlich ein molekulares Verfahren: die PCR-Methode. Hierbei kann auf Grund von Gensequenzen auf die Art der Eier geschlossen werden. 

Die Kotuntersuchung kann man ergänzen, indem man mit einem Antigen-ELISA-Test nach dem Koproantigen im Kot der Hunde sucht. Der ELISA-Test ist genau genug für den Praxisgebrauch, sollte aber im Zweifelsfall durch einen DNA-Nachweis durch das PCR-Verfahren ergänzt werden.

Ein Befall außerhalb des Verdauungstraktes mit Echinococcus-Arten kann durch weitere bildgebende Verfahren, wie Röntgenbilder, Ultraschallt, oder Computertomographie sichtbar gemacht werden. Diese Verfahren werden auch in der Humanmedizin eingesetzt.

Therapie gegen Echinococcus beim Hund:

Nach einer Diagnose von E. graunulosus, sowie von E. multilocularis sollte immer unverzüglich eine Entwurmung durchgeführt werden!

Der Befall des Dünndarmes stellt für Hunde in der Regel keine Gefahr dar. Trotzdem sollte man E. granulosus und E. multilocularis in die routinemäßige Entwurmung miteinbeziehen und auch zusätzlich bei positivemKotbefund behandeln. Denn wie bereits erwähnt stellen Hunde eine gefährliche Infektionsquelle für den Meschen dar.

Bei der Behandlung müssen aus diesem Grund bestimmte Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden. Das Mittel der Wahl gegen Echinococcus-Arten ist der Wirkstoff Praziquantel. Zwar wird auf Grund seiner Wirksamkeit meistens schon nach einer Anwendung eine vollständige Elimination der Bandwürmer erreicht, allerdings wird aus Sicherheitsgründen auf zwei nacheinander folgenden Tagen behandelt. Gegen E. granulosus wirkt auch der Wirkstoff Epsiprantel verlässlich. 

Des Weiteren sollte der Kotder Hunde eingesammelt werden, um eine weitere Kontamination der Umwelt zu vermeiden. 

Einen Tag nach der zweiten Behandlung mit Praziquantel sollte der Hunde mit einem Shampoo gründlich gewaschen werden, um eventuelle Eier, die noch im Fell kleben zu beseitigen.

Flächen und häufige Aufenthaltsorte der Hunde können mit heißemWasser gewaschen werden und anschließend mit einer Natriumhypochlorid-Lösung behandelt werden. 

Menschen, die engen Kontakt mit den Tieren hatten, sollten sich umgehend beim Arzt auf eine eventuelle Infektion hin prüfen lassen.

Im Falle eines Befalls außerhalb des Verdauungstraktes wird wie beim Menschen eine jahrelange Chemotherapie durchgeführt. In Einzelfällen war eine chirurgische Entfernung erfolgreich. 

Bekämpfung und Prophylaxe gegen Echinococcus bei Hunden:

Auf Grund der Gefahr, die eine Infektion mit Echinococcus-Arten beim Menschen darstellen kann, gibt es weltweit je nach Gebiet verschiedene Strategien der Bekämpfung gegen die Bandwürmer:

E. granulosus ist in Europa vor allem in den Mittelmeer-Gebieten und im Balkan weit endemisch verbreitet. Das bedeutet, dass diese Bandwürmer in diesen geografisch begrenzten Regionen gehäuft vorkommen. Da für E. granulosus Nutztiere (vor allem Schafe) die Zwischenwirte darstellen, stecken sich Menschen häufig in Ländern mit Schaf- und Rinderhaltung an. Die Eier kontaminieren Weiden, das Fell der Tiere und auch Nahrungsmittel. Aus südlichen Ländern sollte man also keine Hunde ohne weiteren Schutz (Entwurmung) vor den Bandwürmern mitbringen. Die Hunde sollten nach Möglichkeit vor dem Ortswechsel vollständig geimpft und entwurmt sein. 

E. multilocularis kommt fast ausschließlich in der nördlichen Hemisphäre vor. Endemiegebiete des Fuchsbandwurmes sind die Schweiz, Österreich und in Deutschland die südlichen Bundesländer. Der Mensch nimmt die Wurmeier unter anderem nach direktem Kontakt mit infizierten Endwirten (Fuchs, Hund, Katze) auf, wenn die Eier zuvor am Fell der Tiere geklebt haben. Auch durch Umgang mit kontaminierter Erde kann der Mensch die Eier aufnehmen.

Allgemeine Prävention:

- Meldepflicht der Echinococcose nach dem Infektionsschutzgesetz in Deutschland

- die Bevölkerung sollte über das Risiko aufgeklärt sein und allgemeine Hygieneregeln (Händehygiene und Hygiene im Umgang mit Nahrungsmitteln) einhalten

- regelmäßige Entwurmung von Hunden mit Praziquantel

- Kontrolle der Entsorgung von Schlachtabfällen

- Fleischbeschau am Schlachthof

- nach Kontakt mit Erde (z.B. Gartenarbeit) gründlich die Hände waschen

- bodennah wachsende Pflanzen (z.B. Beeren, Pilze, Gemüse, Salat) vor dem Verzehr gründlich waschen, trocknen und in Endemiegebieten sogar kochen. Eier können daran haften.

Besonders für E. multilocularis:

- tot aufgefundene Füchse werden nur mit Handschuhen angefasst und bei der Entsorgung in Plastiktüten gelagert

- Hunde, die in Kontakt mit Füchsen, oder Fuchsbauten kommen gründlich abduschen 

- Hunde von möglicherweise infizierten Beutetieren fernhalten

- Füchse aus dem eigenen Garten fernhalten, oder von Beeten, an denen man bodennahe Pflanzen anbaut. 


 


29.03.2021 11:32:09

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